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Konzept. 4 in 1

Im April 1990 wurde das Internationale Keramik-Museum als Zweigmuseum der Neuen Sammlung München im sog. Waldsassener Kasten, einer eigens zu diesem Zweck vorbildhaft sanierten barocken Klosteranlage, in Weiden eröffnet. Träger ist die Stadt Weiden. Ermöglicht wurde dies im Rahmen des 1979 von der Bayerischen Staatsregierung verabschiedeten Museumsentwicklungsprogramms.
Das, von der Neuen Sammlung erarbeitete, völlig neuartige Konzept, sieht nicht nur alternierend Ausstellungsbeiträge aller bayerischen Staatsmuseen mit Keramikbeständen vor, sondern auch wechselnde Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen.

Derzeit sind über zwei Geschosse auf rund 1000 qm Ausstellungsfläche Keramikobjekte aus acht Jahrtausenden und drei Münchner Staatsmuseen zu sehen: aus der Archäologischen Staatssammlung - Museum für Vor- und Frühgeschichte, aus dem Staatlichen Museum für Völkerkunde und aus der Neuen Sammlung selbst. Ein Beitrag der Staatlichen Antikensammlungen ist in Planung. Das Staatliche Museum Ägyptischer Kunst war bis März 2011 mit großen permanenten Ausstellungen im Internationalen Keramik-Museum vertreten, zuletzt "Keramik aus dem antiken Sudan". Weiterhin präsent ist das Ägyptische Museum mit einem Gastobjekt, während es in München Vorbereitungen für die Einrichtung seines Neubau trifft.
Neu hinzugekommen ist 1994 die Donation Seltmann: Chinesisches Porzellan der Qing-Dynastie. Als einziges staatliches Zweigmuseum in Bayern verfügt Weiden damit auch über eigene Bestände von hoher Qualität.
Jede dieser in Weiden gezeigten Sammlungen bildet eine in sich geschlossene Einheit, deren besondere Thematik nur im Internationalen Keramik-Museum in Weiden zu anzutreffen ist.

Die Neue Sammlung zeigt einen Einblick in ihre umfangreichen Bestände europäischer Keramik des 19.-21. Jahrhunderts. Werke in unterschiedlichsten Techniken – von einfacher Irdenware, über Fayence, Steinzeug, Steingut bis zum Porzellan – dokumentieren Qualität und Vielfalt dieser Bestände. Das Spektrum umfasst Unikate und Objekte aus handwerklich gefertigen Kleinserien ebenso wie industriell hergestellte Produkte. Das Thema der "studio pottery" konnte dank der Schenkung Egner zu einem besonderen Schwerpunkt ausgebaut werden. Berliner Laborgefäße und englische Kaminaufsätze belegen das Feld der technischen Keramik.
In drei chronologisch gegliederten Raumfolgen wird jeweils die Entwicklung in Europa derjenigen in Deutschland gegenüberstellt. Derzeit sind herausragende Entwürfe nahezu aller bedeutenden Manufakturen aus dem Bereich des Geschirrdesigns zu sehen; zudem werden exemplarisch Entwicklungslinien der Kunstkeramik aufgezeigt sowie Beispiele der meist anonymen, bäuerlich-volkstümlichen Irdenware, von 1900 bis zur Gegenwart, vorgestellt.