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Architektur

Eines der wenigen barocken Gebäude in Weiden, dafür aber ein umso beeindruckenderer Bau, ist der sogenannte Waldsassener Kasten, der 1739 von Frater Philipp Muttone (1690-1775) als Getreidekasten für das Kloster Waldsassen, das rund um Weiden umfangreiche Besitzungen hatte, erbaut wurde. Von 1803 bis 1857 war das Gebäude Sitz des Forstamtes, von 1857 bis 1966 Gerichtsgebäude.
Nachdem das Baudenkmal über 130 Jahre als Gefängnis gedient hatte, entschloss sich die Stadt Weiden, den "Waldsassener Kasten" einer kulturellen Nutzung zuzuführen. Sie kaufte das Gebäude 1983 vom Staat und verwirklichte in einem ersten Bauabschnitt (1986 - 90) im Südflügel des Barockgevierts das Internationale Keramikmuseum, das 1991 eröffnet wurde. Der zweite Bauabschnitt (1991 - 94) umfasste die Sanierung des Nordtraktes als Domizil der neuen Regionalbibliothek, die am 21. Oktober 1994 allen Lesehungrigen und Wissensdurstigen ihre Pforten öffnete.
Philipp Muttone war ein Baumeister der im Oberpfälzer Stiftland ( Landkreis Tirschenreuth ) wirkte. Muttone wurde 1699 als Sohn eines italienischen Architekten und einer Bäckerstochter aus Waldsassen geboren. Er war von 1733 bis zu seinem Tod im Jahr 1775 unter anderem Baumeister und Baudirektor des Klosters Waldsassen in dem er als Frater beziehungsweise Laienbruder wirkte.