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Shoes. Zaha Hadid

„Das Wichtigste ist die Bewegung, der Fluss der Dinge...“ (Zaha Hadid)
Ihrem Credo entsprechend, wendet sich die Londoner Architektin Zaha Hadid gegen das Primat des rechten Winkels. Sie erhielt 2004 als erste Frau den Pritzker-Preis, den Nobelpreis der Architektur. Aber: Schuhe als Architektur-Aufgabe? Weniger verblüffend, als es zunächst klingt – spricht man doch von Körper-Bau oder Fuß-Gewölbe.
Ihre fließende, dynamisch-organische Formensprache übertrug Zaha Hadid auf den Schuh-Entwurf, den sie 2008 für den brasilianischen Hersteller Melissa und dessen innovative Kunststoff-Injektionstechnologie für die industrielle Schuhproduktion entwickelte – und als Herausforderung verstand, ihre Raumkonzeption in anderem Maßstab und Medium zu erproben. Es war die erste Auseinandersetzung der Architektin mit Modedesign.
Dem Entwurf liegt die Vorstellung von Flüssigkeit, die den Körper umspült, von Materie, die sich ihm nahtlos anpasst, zugrunde. Bänder umschlingen in unablässiger Bewegung Fuß und Bein. Form, Raum, Körper sind hier choreographisch aufgefasst, nicht statisch; die Asymmetrien signalisieren kontinuierliche Transformation.
Das überlebensgroße Demonstrationsmodell Giant Boots ist direkt hinter der Glasfassade des Neuen Museums zu sehen: Schnittstelle zwischen Architektur, Körper-Architektur und Raumkunst, zwischen Außen und Innen, dem öffentlichen Platz vor dem Museum und dem bühnenartigen Raum hinter der Fassade.

In Kooperation mit dem Neuen Museum Nürnberg. Unterstützt durch Melissa/Grendene

Display | Nürnberg | 06.10.2010 - 10.04.2011

siehe auch Blog. Hot Spot. Hadid